Diagnose und Therapie der Alkoholsucht

Alkoholsucht in Österreich

Der Alkoholismus in Österreich ist weit verbreitet:
Geschätzte 340 000 ÖsterreicherInnen gelten derzeit als alkoholabhängig, nahezu jeder vierte Erwachsene konsumiert Alkohol in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß. Obwohl die Gesamtzahl der alkoholkranken Menschen in den letzten Jahren nahezu gleich geblieben ist, nimmt der relative Anteil der Frauen deutlich zu, während der der Männer leicht sinkt. Rund 10% der ÖsterreicherInnen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Alkoholsucht und brauchen deshalb eine entsprechende Therapie.

Wann ist eine Behandlung der Alkoholsucht sinnvoll?

Um festzustellen, ob es sich um einen problematischen Alkoholkonsum handelt gibt es folgende Unterscheidungen: Unbedenklicher Alkoholkonsum unterscheidet sich von missbräuchlichem Konsum dahingehend, dass bei letzterem das Trinken von Alkohol eine Funktion übernimmt („Stressabbau, Abschalten“, Stimmung verbessern, Beruhigung, Angst- bzw. Schmerzlöser, „Locker werden“).
 
Eine Abhängigkeit von Alkohol liegt dann vor, wenn der/die Betroffene schlecht oder gar nicht kontrollieren kann, wann, bis wann und wie viel Alkohol er/sie trinkt. Auch ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, zu trinken – auch Craving genannt – ist ein zentrales Merkmal für Alkoholsucht. 
 
Der Entzug von Alkohol, also wenn ein/e Betroffene/r keinen Alkohol trinkt, äußert sich vor allem in Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Schlaflosigkeit, innere Unruhe und morgendliche Übelkeit bis zum Erbrechen. Diese werden zunächst gelindert, wenn erneut konsumiert wird. Weitere psychische Entzugserscheinungen wie Angstzustände und depressive Verstimmungen können zusätzlich zu den körperlichen Symptomen auftreten.
 
Eine Abhängigkeit von der Substanz Alkohol kann sich aus einer übermäßigen Verwendung entwickeln und zählt zu den chronischen Erkrankungen, die ebenso einer Behandlung, zum Beispiel einer Alkoholtherapie, bedürfen wie andere chronische Krankheiten. 
 
Problematisch bei einer Alkoholsucht sind vor allem die Toleranzentwicklung und die damit verbundene Dosissteigerung. Dies bedeutet, dass immer größere Alkoholmengen konsumiert wird, um denselben Effekt zu erzielen. Ebenso vernachlässigen viele Alkoholkranke ihre Interessen zugunsten des Alkoholkonsums. Trotz nachweislich schädlicher Folgen wird am Konsum festgehalten.
 
Ziel bei der Therapie der Alkoholsucht ist es, körperliche und psychische Folgeschäden zu minimieren. 
 
Die Therapie im Anton Proksch Institut in Wien geht von einem Zusammenhang zwischen Körper und Psyche (Leiblichkeitskonzept) aus. Demnach werden unterschiedliche Aspekte in der Alkoholtherapie berücksichtigt.