Diagnose und Therapie der Alkoholsucht

Diagnose Alkoholabhängigkeit

Das Abhängigkeitssyndrom nach ICD-10  beschreibt eine Gruppe von Verhaltensauffälligkeiten sowie psychischen und körperlichen Phänomenen, die sich im Rahmen von wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln (Dilling, Mombour & Schmidt, 1991):
  • Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren, auch Craving genannt
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Alkoholkonsums
  • Auftreten von Entzugssymptomen: Äußert sich vor allem durch Tremor, Hyperhidrosis, Insomnie, innere Unruhe und morgendliche Übelkeit bis Erbrechen und findet vorerst rasch Linderung durch neuerlichen Alkoholkonsum. Wird ein solches Entzugssyndrom nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kann es in ein Alkoholentzugsdelir übergehen, das durch das Auftreten von psychomotorischer Unruhe, Orientierungsstörungen und optischen Halluzinationen gekennzeichnet ist und einen lebensbedrohenden Zustand darstellen kann. Psychische Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Angstzustände, innere Unruhe und depressive Verstimmungen können zusätzlich zu den körperlichen Symptomen auftreten.
  • Toleranzentwicklung und damit verbundene Dosissteigerung: Dies bedeutet, dass immer größere Alkoholmengen konsumiert werden müssen, um denselben Effekt zu erzielen.
  • Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zu Gunsten des Alkoholkonsums
  • Anhaltender Konsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen