Diagnose und Therapie der Kaufsucht

Kaufsucht in Österreich

Kaufsucht gehört zu den nicht stoffgebundenen Formen der Abhängigkeit.
 
Die Arbeiterkammer Wien hat 2011 eine Studie veröffentlicht, der zufolge rund 20 % der Bevölkerung kaufsuchtgefährdet und 7,8 % kaufsüchtig sind. Am stärksten betroffen sind jüngere Frauen.

Je nach Geschlechtszugehörigkeit scheint es eine Bevorzugung von bestimmten Waren zu geben: Frauen kaufen eher Kleidung, Schuhe, Schmuck, Kosmetik, Lebensmittel, Haushaltsgeräte oder Bücher. Von Männern hingegen werden moderne Technikartikel, Sportgeräte, Bücher, Autozubehör oder Antiquitäten gekauft.

Was ist Kaufsucht?

Kaufsucht ist ein nicht kontrollierbares Verlangen nach einem exzessiven oder nicht unbedingt nötigen Kaufen. 
In vielen Fällen ist es zu Beginn der Sucht schwierig, ein problematisches Kaufverhalten von einem Normalverhalten abzugrenzen. Bei fortgeschrittenen Stadien der Kaufsucht werden Produkte zwanghaft gekauft oder Dienstleistungen in Anspruch genommen. Dabei steht nicht das Gekaufte im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Handlung des Kaufens als solche.
 
Gekaufte Dinge werden teilweise in der Originalverpackung belassen oder heimlich gehortet. Bei der Kaufsucht stellt sich der Kick in der Kaufsituation selbst ein. Der Prozess des Kaufens gibt eine tiefe Befriedigung, die aber nicht lang anhält. Niedergeschlagenheit, Enttäuschung oder ein schlechtes Gewissen sind typische Empfindungen, die nach einem süchtigen Kaufen wiederkehren. Das pathologische Kaufen gehört zu den „heimlichen Leiden“ und bleibt meist lange Zeit unbemerkt.

Nicht selten gehören hohe Schulden mit zu den dramatischen Folgen dieser Sucht. Andere psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen, Substanzabhängigkeiten, Essstörungen, Störungen der Impulskontrolle und Zwangsstörungen sind bei den Kaufsüchtigen zu beobachten.
 
Behandlung
Der Kontrollverlust stellt ein wesentliches Suchtmerkmal dar. Ein selbstkontrollierter Umgang im Kaufverhalten ist eine schwierige Aufgabe, die oft therapeutischer Unterstützung bedarf.
Im Anton Proksch Institut bieten wir im Rahmen einer ambulanten Behandlung Hilfe für Menschen mit einem auffälligen Kaufverhalten.