Diagnose und Therapie der Internetsucht

Symptome einer Internet- und Gamingsucht

Das Internet bietet dem Menschen gegenwärtig eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Grundbedürfnis nach sozialen Kontakten, Kommunikation, Spiel und Unterhaltung zu befriedigen. Bei einer problematischen Entwicklung hin zu einer Internet- oder Gamingsucht rückt diese virtuelle Lebenswelt, welche am Anfang einer von vielen persönlich wichtigen Lebensbereichen (Familie, Arbeit/Ausbildung, Hobbys, Freunde etc.) war, immer mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit und verdrängt zunehmend alle anderen Lebensbereiche. Positive Erlebnisse und Gefühle werden nur mehr online erlebt. Der Ausstieg aus der virtuellen Welt des Computers und des Internets, um wieder in die reale Welt einzutauchen, wird immer unattraktiver, bis nur noch das Internet für Betroffenen reizvoll ist, und man von einer Computersucht, Internetsucht oder Gamingsucht spricht.

Therapie der Internetsucht

Ein problematischer Internetgebrauch kann auf der einen Seite aus einer Lebenskrise heraus entstehen (Arbeitsplatzverlust, Scheidung etc.) oder ein Ventil oder Ausgleich für eine psychische Problematik sein (Depression, Angst-/Panikstörung, soziale Unsicherheit etc.). Auf der anderen Seite kann das internetsüchtige Verhalten wiederum zu Schwierigkeiten im sozialen, beruflichen/schulischen Umfeld führen. Die Entwicklung, die den Internetgebrauch zum zentralen Lebensinhalt werden lässt, stellt für die Betroffenen und Angehörigen einen Leidensdruck dar, den sie oftmals ohne professionelle Unterstützung nicht bewältigen können.
 
Das Anton Proksch Institut bietet Therapiemöglichkeiten für Internet- und Computersüchtige an. So kann die Abhängigkeit von der Onlinewelt überwunden werden.

Im Anton Proksch Institut gibt es auch ein eigenes Angebot für Betroffene von Online-Gaming-Sucht. Diese ist seit Juni 2018 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit anerkannt. Kriterium ist dabei nicht in erster Linie die Zahl der Stunden vor dem PC, sondern der Rückzug aus dem realen Sozialleben. Risikogruppe sind in erster Linie männliche Gamer, die intensiv Spiele wie Fortnite oder World of Warcraft spielen.

Die stationäre Therapie steht Online-Gaming-Süchtigen ab dem Alter von 17 Jahren offen. Dabei werden Fragen behandelt wie: Was bedeutet Online-Sucht überhaupt? Welche psychischen Bedürfnisse erfüllt die exzessive Internetnutzung? Und wie kommen die Betroffenen zu einem neuen Zeitmanagement im Alltag, um einen Rückfall zu verhindern?